Innere Flaute und äußerer Sturm, alter Hafen verblichen, nächste Welle von vorn – Identätskrisen durch berufliche Verluste bewältigen

Im Gegensatz zur häufig traumatisierenden Trauer durch den tödlichen Verlust einer/eines nahen Angehörigen, welche wie alle Traumata oder psychische Erkrankungen in einer Psychotherapie bearbeitet werden sollten, stellt die Trauer durch einschneidende berufsbedingte Verluste wie dem Wegfall des bisherigen Arbeitsplatzes einen häufig wenig thematisertes schmerzhaftes Lebensereignis dar. Dieses ist einem Coaching zugänglich, wenn die Fähigkeiten zur alltagsbewältigenden Selbstführung weiterhin zur Verfügung stehen und das primär zu bearbeitene Thema dabei als persönliche Entwicklungsaufgabe durch einen solchen berufsbedingten Verlust klar auf diese aktuelle Veränderung zurückgeführt und darauf begrenzt werden kann.
Wer von einer Kündigung sowie einen erzwungenen Wechsel aus gewohnten Strukturen und Beziehungen u.a. durch Umstrukturierung. Übernahmen oder Standortschließung besoders betroffen ist, durchläuft dabei oft auch einen ganz individuellen Trauerprozess, der sich u.a. durch Wut, Angst, Verdrängung und sozialen Rückzug äußern kann. Er bezieht sich dabei zunächst auf das vorzeitige Ende wichtiger beruflicher Bindungsbeziehungen, sinnstiftender Tätigkeiten und einer mit dem bisherigen Beruf verbundenen sozialen Anerkennung bezieht. Diese Art der Trauer bleibt auch für die Betroffenen selbst oft längere Zeit unter dem Radar in all den Aktivitäten, das auch von außen schnell geforderte Beste aus der Situation zu machen und daher werden belastende Gefühle nicht als das anzuerkannt was sie sind: unser innerer Kompass für die Themen auf unserem Weg, die jetzt anstehen, wirklich ganz angeschaut und bearbeitet zu werden.
Auch den Führungskräften, die ihren Leuten die für diese häufig überraschende und schockierende Nachricht mitteilen müssen und dann den weiteren bewusst nüchtern gestalteten „Trennungsprozess“ bis zur Ausstellung der Zeugnisse begleiten, können solche Erfahrungen mit der Zeit tief unter die Haut gehen. In ihrer beruflichen Rolle ist eine solche Trauer nicht vorgesehen, in ihren viel zu wenig beachteten Herzen findet sie dafür einen festen beschwerlichen Platz, über den sie oft kaum mit jemanden im beruflichen Umfeld richtig sprechen könnn. Und auch ihnen kann schneller als gedacht durch eine erzwungene Kündigung der einst sichere Boden unten den Füßen weggezogen werden.
Was dann mit den Betroffenen passiert, wenn sich eine längere Phase der Arbeitslosigkeit einstellt, ist in Deutschland ein verdrängtes Thema, das sich hinter Arbeitsmarktstatistiken verbirgt und auf ein gesellschafliches Klima trifft, in der jede/r eben selbst für ihr/sein Vorankommen verantwortlich ist und dann eben auch beim eigene Scheitern die vermeintlich verdiente Quittung für fehlende Anstrengung erhält. In der gegenwärtig sich verschärfenden wirtschaftlichen Krise Deutschlands kommt dann häufig noch das volkswirtschafliche Problem des regionalen Mismatching dazu, so dass es zwar weit entfernt Stellen „dort“ gibt, diese jedoch in Folge von z..B familären Verpflichtungen, gesundheitlichen Einschränkungen oder unzureichenden Verkehsmöglichkeiten trotz vorhander Qualifizierung „hier“ nicht in Frage kommen.
Deutschland gilt als eines der Länder, in denen die Stigmatisierung von Arbeitslosen relativ weit fortgeschritten ist und diese sich daher auch verstärkt bei längerer Dauer der Erwerbslosigkeit in ihrer eigenen negativeren Selbstwahrnehmung widerspiegelt. Dies kann zu psychischen Belastungen führen, welche wiederum den sozialen Rückzug begünstigen, um unangehme Situationen zu vermeiden, so dass daraus eine innere Abwärtsspirale der Trauer entstehen kann, welche die gezielte und vor allem motivierte erfolgreiche Arbeitssuche belastet, da die Ängste und Zweifel auch das Selbstbwusstsein angreifen.
Bevor daher die Frage angegangen werden kann, welcher Kurs nun freudig gesetzt werden soll oder wie der nächste Schritt auf dem Weg zur Berufung weiterträgt, schauen wir an dieser Stelle erst einmal auf die „innere Flaute“ in diesem Prozess anhaltender äußerer „Erfolglosigkeit“ und innerer Trauer, der die Energie und die Zuversicht raubt und das Glas immer mehr nur noch halb leer sieht statt halb voll. Der „äußere Sturm“ durch die nächste Absage, die vermeintlich aufmunternde, doch als weitere Kränkung erlebte Bemerkung im privaten Umfeld oder die sich immer weiter verdüsternden Aussichten auf dem relevanten Arbeitsmarkt lässt dann auch die inneren grauen Wellen immer größer werden.
Ein Ausstieg aus dieser Abwärtsspirale ist möglich. Der Einstieg in eine entwicklungsfördernde Aufwärtsspirale kann im Lichtsegeln durch ein zyklisches Denken unterstützt werden, dass dem linearen Krisendenken eines scheinbar unaufhaltsamen Abstieg die Sichtweise eines Kreislaufs des Lebens gegenüberstellt, der auch längere krisenhafte Episoden zu einem Ende bringt, die einen ganz neuen oft unerwarteten Anfang für eine neue Aufgabe, Rolle und damit Identität mit sich bringt. Die Bewältigung der Identitätskrise durch einen als erheblich bewerteten beruflichen Verlust, der objektiv längere Zeit andauert und subjektiv dabei mit sich verstärkenden belastenden Gefühlen einhergeht, kann dann häufig nicht mehr autonom erfolgen, sondern erfordert eine professionelle Begleitung, die sich hier auf das triale Coaching des Lichtsegelns stützt.
Hierbei hat es sich als sehr hilfreich erweisen, an naturnahen Orten das Gefühl der Verbundenheit wieder ganz für sich selbst zu erfahren, welches durch die erlebten Stigmatisierungen ebenfalls gelitten hat. Aus dieser stärkenden Erfahrung kann dann auch wieder selbstbewusster mit dem sozialen Umfeld agiert werden, wenn diese in neue Sichtweisen auf verfügbare und neue aktivierbare Ressourcen überführt werden kann, was einen der Schwerpunkte dieses Coachinangebotes darstellt.
Lichtsegeln arbeitet mit inneren Bildern, die erst den aktuellen Zustand beschreiben helfen und dann zur Bewältigung und Entwicklung von neue Wegen verwendet werden. An dieser Stelle folgt eine innere Reise mit dem an das Segeln angelehnten typischen Bildern einer Identitätskrise durch die hier beschriebenen beruflichen Verluste. Wenn Sie sich hier auch nur zum Teil wiedererkennen, kann Ihnen mein Coaching eine wertvolle Hilfe sein, um den Blick und die Perspektive wieder zu verändern und sich wieder mit Energie ganz der Entwicklungsaufgabe zu stellen, als die wir diese Phase Ihres Lebens in unserer gemeinsamen Arbeit reformulieren können.
Übung zur Identitätskrise durch berufliche Verluste :
In der Natur finden wir die geschützten Orte, die dafür in unser verbundendes „stilles Zentrum“ führen. Eine ausführliche Beschreibung der spirituellen Herangehensweise bei meinem Naturcoaching mit vielen Übungen in der Stadt findet sich hier:
Krohn, Michael (2022): Stilles Zentrum – Achtsames Selbstcoaching im Herzen des Stadtwaldes, Lichtsegeln Reihe Lichtdialoge, Diskussionspapier Nr.2 , Hannover: 18.03.2022.